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E-Rauchen - Gesundheit

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Um die Gesundheitsaspekte beim E-Rauchen zu verstehen, muss man zunächst einmal wissen, was beim normalen Tabakrauchen vor sich geht, um Vergleiche anstellen zu können.

Wie man entsprechend der Aufdrucke auf Zigarettenpackungen vermuten kann, lauern beim Rauchen von Tabak hauptsächlich zwei Gefahrenquellen:

Elektrische Zigaretten für weniger Schadstoffe

Einmal das Nikotin und zum anderen das Kondensat. Letzteres, im allgemeinen Sprachgebrauch auch als "Teer" bezeichnet, entsteht beim Verbrennen von Tabak und Papier. In diesem Kondensat hat man bisher rund 4000 meist gesundheitsschädliche Stoffe nachgewiesen und einen nicht unbedeutenden Teil davon als "giftig" oder "hoch giftig" klassifiziert. Darüber hinaus wurden zwischen 65 und 85 Stoffe (die Zahlen schwanken) als eindeutig kanzerogen, also krebserregend, nachgewiesen.

  
Eine Liste (Auszug) der Inhaltsstoffe des Tabakrauchs finden Sie hier (PDF-Dokument).

 
Detaillierte Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums zu den Inhalts- und Zusatzstoffen in Zigaretten sind hier einzusehen (PDF-Dokument, 84 Seiten).
 

Bleibt noch das Nikotin. Dieses ist ein Nervengift und letztlich für die Sucht verantwortlich. Nikotin verursacht keinen Krebs, schädigt allerdings Herz und Kreislauf (auch hierzu gibt es teilweise unterschiedliche Einschätzungen seitens der Medizin, siehe unten).

Betrachtet man die oben genannten Zahlen und Auswirkungen, hat die elektronische Zigarette bedeutende Vorteile. Dadurch, dass nur völlig unschädliche Stoffe wie PropylenGlykol (eine Art Alkohol), Wasser oder Aromen, die auch bei der Lebensmittelherstellung Verwendung finden, verdampft werden, entfallen die oben genannten 4000 Schadstoffe völlig. Anders ausgedrückt: Wer elektrische Zigaretten benutzt, muss vor einer Krebserkrankung nicht mehr Angst haben als ein Nichtraucher.

 
Eine Liste der Inhaltsstoffe der Dampflösung in den Depots finden Sie hier (PDF-Dokument).
 

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Immer wieder hört und liest man, dass es angeblich keinerlei Studien zur elektrischen Zigarette gäbe. Für Deutschland mag dies annähernd zutreffen. Allerdings lohnt der Blick über den Tellerrand, finden sich doch zahlreiche Abhandlungen außerhalb unserer Grenzen. Neben der sehr umfangreichen Studie aus Neuseeland (650 Probanden), der Meta-Studie von Zachary Cahn und Prof. Michael Siegel an der Berceley Universität in Californien bzw. der "School of Public Health" an der Boston-Universität und der italienischen Pilot-Studie aus 2011 zeigt uns die britische Regierung, welche Schlüsse man im Gegensatz zu deutschen Behörden aus den vorliegenden Erkenntnissen ziehen kann: Sie empfiehlt Rauchern ausdrücklich den Gebrauch der E-Zigarette. Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen und Interviews mit hochkarätigen Wissenschaftlern legen ein solches Vorgehen nahe.


Ergebnisse der Neuseeland-Studie
PDF-Dokument (14 Seiten, englischer Originaltext)

Pilot-Studie Italien (2011)
PDF-Dokument (12 Seiten, englischer Originaltext)

Meta-Studie Siegel/Cahn
Journal of public health policy, 09.12.2010 (englisch)

Interview Prof. Carl Philips (englisch)

Interview Prof. Michael Siegel (englisch)

Interview Dr. Joel Nitzkin (englisch)

Interview David Sweanor (englisch)

Interview Dr. Adrian Payne (englisch)

Interview Paul Bergen (englisch)

Empfehlung der britischen Regierung
Guardian, Artikel vom 14.09.2011 (englisch)

Artikel des "New Scientist" vom 11.02.2009
PDF-Dokument (deutsche Übersetzung)
 

Propylenglykol:

Derzeit (2010-2012) wird von Frau Dr. Pötschke-Langer, Leiterin des Kollaborationszentrums der WHO im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), immer wieder auf mögliche Gefahren des Propylenglykols (PG) hingewiesen. Sicherlich hat sie Recht mit Ihrer Behauptung, dass noch keine Langzeitstudien zu den Auswirkungen, wenn man beim E-Rauchen PG über lange Zeit tief inhaliert, vorliegen. Insofern ist eine gewisse Vorsicht sicherlich nicht unangebracht.

Allerdings sollte man auch die Gegenargumente dazu kennen: Zum einen ist PG seit Jahrzehnten als Lebensmittelzusatz zugelassen und als unbedenklich ausgewiesen. Weiterhin ist PG auch in allen Tabakprodukten enthalten, was die angebliche größere Gefährlichkeit der E-Zigarette absurd erscheinen lässt. Der von Frau Dr. P-L durchgeführte "Selbstversuch", bei dem sie bereits nach wenigen Minuten in einem Raum mit verdampften PG Benommenheits- und Reizungszustände bei sich beobachtet hat, spottet jeder wissenschaftlichen Redlichkeit: Wenn dies der Fall wäre, müssten Millionen von Konzert-, Opern- oder Discobesuchern, die PG als Grundstoff des sog. "Bühnennebels" über Stunden einatmen, auch solche Probleme haben - es ist aber kein einziger Fall einer Schädigung bekannt. Wenn dann noch Begriffe wie "Reizgas" oder "Frostschutzmittel" in´s Spiel kommen, wird schnell klar, wie seriös solche als "wissenschaftlich" verbrämten Argumente sind: Die in Frostschutzmitteln verwendete Substanz ist das sogenannte "industrielle PG", während in E-Zigaretten bzw. Liquids ausschließlich die Variante "medizinisches PG" (wie auch in vielen Arzneimitteln) Verwendung findet - ein Unterschied, den eine "Wissenschaftlerin" kennen sollte.

Man muss sich fragen: Warum wird von einer bei einem Forschungsinstitut arbeitenden Person seit über drei Jahren nichts anderes als Unwissenheit postuliert und dieses Nicht-Wissen dann als Verbots-Argument benutzt? Warum tut ein Forschungsinstitut nicht das, wozu es da ist, nämlich forschen?

Und noch eine Frage muss gestellt werden: Wenn PG angeblich so gefährlich ist, warum ist es dann in 717 zugelassenen (!) und u.a. auch für die Inhalation bestimmten Medikamenten enthalten, ohne dass, abgesehen von seltenen allergischen Reaktionen, jemals eine Beeinträchtigung oder gar Schädigung der Gesundheit bekannt wurde?

 
"Gelbe Liste" (Pharmindex) mit 717 Medikamenten, die Propylenglykol enthalten
(Stand 01/2012; je nach Medikamentenstand kann diese Zahl leicht variieren)

Wir haben uns erlaubt, eine Zitatesammlung der von Frau Dr. Pötschke-Langer
veröffentlichten Äußerungen zusammen zu stellen und kritisch zu kommentieren
Zitatesammlung mit Kommentaren und Fragen
(PDF, 10 Seiten, 12.02.2012)
 

Verunreinigungen in Liquids:

Immer wieder hört man in den Medien von Verunreinigungen, die man in den Liquids gefunden habe. Diese Behauptung geht fast immer (meist wörtlich abgeschrieben) auf eine Veröffentlichung der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA vom Juli 2009 zurück, bei der sie auf Funde von Nitrosaminen in E-Liquids hinweist. Damit begründete sie seinerzeit ein sofortiges Import- und Verkaufsverbot für E-Zigaretten in den USA. Was dann aber von der Presse gerne verschwiegen wird: Bereits im Januar 2010 wurde die FDA von einem US-Gericht verurteilt, das Verbot umgehend zurück zu nehmen. Begründung: Die FDA wollte die Ergebnisse der Studie nicht heraus geben und auch nachweisbare Schadensfälle durch E-Zigaretten, die das Gericht als Nachweis der Schädlichkeit verlangte, konnte die FDA nicht beibringen (siehe auch Artikel in unseren News/Neuigkeiten). Seitdem sind E-Zigaretten und Liquids, auch solche mit Nikotin, in den gesamten Vereinigten Staaten frei verkäuflich.

Die Ergebnisse der FDA-Studie, die nur wenige Tage im Netz standen, besagen etwas ganz anderes, als die marktschreierische Veröffentlichung unter dem Titel "E-Zigarretten sind giftig" glauben machen will: Alle möglicherweise gesundheitlich bedenklichen Werte, also auch die für Nitrosamine, lagen "at very low level", was die amerikanische Bezeichnung für "knapp über der Nachweisgrenze" ist. Das bedeutet, dass die gefundenen Nitrosamine in etwa der Konzentration entsprechen, die man z.B. auch in allen Nachtschattengewächsen wie Kartoffeln oder Tomaten findet. Alle übrigen relevanten Werte hatten den Wert "ND" für "not detected", also nicht nachweisbar.

Diese Ergebnisse sind kurz nach Erscheinen vom FDA-Server verschwunden - zum Glück haben wir eine Kopie hiervon gesichert. Außerdem liegt seit August 2013 eine umfangreiche Arbeit der Drexel-Universität USA (School of public health) vor, die sich mit den Liquid-Inhalsstoffen und den angeblichen Gefahren durch Verunreinigungen in Liquids beschäftigt:

 
FDA-Studie mit Ergebnissen, Mai 2009
(PDF-Dokument, 8 Seiten, im amerikanischen Original)

Meta-Studie zu Inhaltsstoffen und Verunreinigungen, August 2013
(PDF-Dokument, 2 Seiten, deutsche Teilübersetzung;
Link zum englischen Original)
 

In Deutschland ist dann ein Anbieter der Sache nachgegangen und hat das Analyselabor "Eurofins Dr. Specht Laboratorien" in Hamburg beauftragt, die importierten Liquids zu testen. Ergebnis: Sowohl im flüssigen Zustand als auch in der Dampfphase liegt die Menge der Nitrosamine in den untersuchten E-Liquids unterhalb der Nachweisgrenze.

Passivrauch:

Über die im vorigen Abschnitt beschriebenen Ergebnisse von Eurofins hinaus gibt es weitere Analyseergebnisse, die die ständigen Vorwürfe, es sei nichts über den Passivrauch bekannt, ad absurdum führen. Schon die "Neuseelandstudie" aus dem Jahr 2008 belegt, dass das eingeatmete Nikotin zu über 98% vom Raucher absobiert wird. Vom ausgeatmeten Dampf geht also nicht mehr Gefahr aus, als von der Atemluft an einer normal befahrenen Straßenkreuzung.

Eine weitere Untersuchung vom Februar 2012 geht noch einen Schritt weiter: Hier wurden neben dem Nikotingehalt im E-Zigaretten-Dampf auch die Werte für weitere bekannte Schadstoffe bestimmt. Ergebnis: Sowohl die Werte für Nikotin, als auch für Formaldehyd, Propylenglykol, Acrylamid und Acrylein lagen allesamt unterhalb der Nachweisgrenze. Man darf also ohne Übertreibung davon ausgehen, dass vom ausgeatmeten Dampf einer elektrischen Zigarette keinerlei Gefahr für umstehende Personen ausgeht.

Die Ergebnisse liegen natürlich auch in schriftlicher Form vor:


Ergebnisse des Analyselabors Wessling vom 02. Februar 2012
(PDF-Dokument, 3 Seiten, deutsch)

Zwischenergbenisse der "Neuseeland-Studie", 2008
(PDF-Dokument, 21 Seiten, englisch)

Verengung der Atemwege:

Anfang 2012 wurde in zahlreichen Medien auf der Grundlage einer neuen Studie vor den Gefahren des E-Rauchens wegen angeblich signifikanter Verengung der Atemwege nach dem Genuss von E-Zigaretten gewarnt (siehe "Neuigkeiten / News"). Daneben weise der Abfall der Stickoxid-Konzentration (feNO) beim Ausatmen auf einen Marker hin, der eine Entzündung der Bronchien anzeigt.

Uns liegt die Studie im Original vor (s.u.). Darin wurde bei 30 Rauchern der Atemwegswiderstand gemessen, und zwar vor und unmittelbar (etwa 5 Minuten) nach dem Genuss von E-Zigaretten. Als Kontrollgruppe dienten 10 Teilnehmer, die an einer leeren E-Zigarette zogen. Hierbei wurden zwei Messverfahren angewandt: Zum einen die seit Jahrzehnten als zuverlässig geltende Spirometrie, zum anderen ein neuartiges und wegen der breiten Streuung der Ergebnisse als unzuverlässig geltendes Verfahren namens "Impulse Oscillometry System" (IOS). Ergebnis: Bei der Spirometrie wurde KEIN erkennbarer Unterschied des Atemwegswiderstandes festgestellt! Dieses Ergebnis wurde nicht veröffentlicht! Bei der umstrittenen IOS-Messung zeigte sich eine minimale Erhöhung des peripheren Widerstandes nach dem Dampfen (+0.042 kPa/l/s; 95% CI: 0.006 to 0.078), die nach Ansicht der Autoren der Studie jedoch ohne klinische Relevanz ist. Dieses Ergebnis wurde mit dem Hinweis der Gefährlichkeit von E-Zigaretten veröffentlicht!

Ähnliche Widersprüche ergeben sich bei der Stickoxid-Messung, die ebenfalls mit einem höchst umstrittenen neuen Verfahren durchgeführt wurde. Nach bisherigem wissenschaftlichen Kenntnisstand deutet ein Anstieg der feNO-Konzentration auf eine mögliche Bronchialentzündung hin. Festgestellt wurde in dieser Studie jedoch ein Abfall des Wertes, was kurzerhand ebenfalls als Entzündungs-Marker-Tatbestand umgedeutet wurde. Außerdem: Bei der "Dampfer"-Gruppe finden sich Ausgangswerte vor dem Dampfen von 13.02 ppm, der dann nach dem Dampfen auf 10.89 ppm fällt. Bei der Kontrollgruppe findet man jedoch merkwürdigerweise einen Anfangswert von 8.76 ppm, der dann fast konstant bleibt. Auch hier wird wieder nur der angeblich fatale Fund veröffentlicht, über die beschriebenen Widersprüche hingegen liest man nichts.

Fazit: Wieder einmal ein trefflicher Beweis, wie man mit Halbwahrheiten Konsumenten verunsichert. Auch wenn eine minimale Erhöhung des Atemwegswiderstandes nachgewiesen wurde, die nach eigenen Angaben keine klinische Relevanz hat, sind die berichteten "Gefahren" wissenschaftlich in keiner Weise belast- oder haltbar. Daneben wurde nicht untersucht, wie sich die Atemwege etwa nach einer Stunde oder später verhalten. Sehr wahrscheinlich ist, dass die beschriebenen Effekte bereits nach kurzer Zeit nicht mehr nachweisbar sind. Und: Natürlich lesen wir auch nichts über eine gleichartige Studie mit Tabak-Rauchern aus dem Jahr 1977, wo sich tatsächlich signifikante Gefahren durch den Tabak-Konsum nachweisen ließen. Damit steht fest: Aller derzeitigen Erkenntnis nach ist das E-Rauchen entscheidend weniger gesundheitsschädlich als jeglicher Tabak-Konsum. Das schreibt natürlich keiner...

Hier die notwendigen Quellen:


Pressemitteilung "Lungenärzte im Netz"
vom 16.01.2012 (zigfach unverändert von der Presse kopiert)

Studie über Atemwegsverengungen durch E-Rauchen
(Original-PDF-Dokument, 19 Seiten, englisch)

Studienergebnis über Atemwegsverengungen bei Rauchern
von 1977, englisch

 
E-Rauchen zur Rauchentwöhnung

Letztlich bleibt die Frage nach dem Nikotin. Benutzt man beim E-Smoking Depots/Liquids, die Nikotin enthalten, gilt möglicherweise das gleiche Gefahrenpotential im Bezug auf eine mögliche Suchtgefährdung wie bei herkömmlichen Zigaretten. Insofern ist zunächst dringend davon abzuraten, als Nichtraucher das E-Rauchen einmal aus Spaß auszuprobieren – die Suchtgefahr ist erheblich! Und auch Schwangeren oder Personen mit kardiovaskulären (Herz-/Kreislauf-) Erkrankungen ist vom Gebrauch der E-Zigarette dringend abzuraten. 

Wissenswert: Nikotin nehmen wir fast alle in irgendeiner Form zu uns, und zwar beispielsweise durch den Verzehr von Nachtschattengewächsen wie Tomaten, Kartoffeln usw., aber auch durch den Konsum von Blumenkohl oder Tee. Die Mengen sind jedoch so gering, dass hier keine gesundheitlichen Gefahren zu befürchten sind. Zum anderen häufen sich in den letzten Jahren die Stimmen aus medizinischen Kreisen, die Nikotin ein hohes Potential an Heilwirkung zuschreiben. So sind z.B. beim Einsatz von Nikotin in der therapeutischen Behandlung von Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson, ADHS oder dem Tourette-Syndrom sehr positive Ergebnisse dokumentiert worden.

 
Die Zusammenfassung eines Gutachtens zur Wirkung von Nikotin des
Walter-Straub-Institutes für Pharmakologie und Toxiklogie an der
Ludwig-Maximilian-Universität in München finden Sie hier als PDF-Dokument.

Tabelle des Nikotingehaltes in Lebensmitteln
PDF-Dokument (deutsch)
 

Drei Aspekte liegen jedoch klar auf der Hand:

Zum einen senken Raucher, die auf das elektronische Rauchen umsteigen, ihr Gesundheitsrisiko erheblich, da als schädlicher Stoff "nur" noch Nikotin aufgenommen wird. Alle übrigen Giftstoffe und Krebserreger entfallen praktisch vollständig.

Zweitens entfallen auch für Passiv-Raucher störende oder schädigende Begleiterscheinungen praktisch völlig (zum Beispiel auch für Kinder zu Hause, die durch Rauchverbote nicht geschützt sind!).

Und zum Dritten eröffnet das elektrische Rauchen einen ungewöhnlichen Weg zur ...

Raucherentwöhnung:

Dadurch, dass Depots/Liquids in verschiedenen Nikotinstärken bis hin zu völlig nikotinfreien Varianten benutzt werden können, hat man die Möglichkeit der schrittweisen Reduzierung des Nikotingehalts. Dies macht die E-Zigarette jedoch genauso wenig zum Entwöhnungsmittel wie herkömmliche Zigaretten: Auch damit kann man durch Reduzierung der gerauchten Zigarettenmenge die Nikotindosis schrittweise verringern. Der entscheidende Vorteil der E-Zigarette ist jedoch nicht der medizinische, sondern der psychologische Ansatz: Dadurch, dass die Nikotin-Verringerung möglich ist, ohne dabei auf gewohnte "Rauchrituale", die Menge der Züge oder einen gewissen Genuss verzichten zu müssen, entsteht eine Art "Selbstbetrug", da man sich vorgaukelt, man würde weiter-"rauchen" können, real jedoch nur völlig unschädlichen Dampf (bei der nikotinfreien Variante) zu sich nimmt.

Wichtig ist hierbei, sich über alte und neue Begriffsdefinitionen klar zu werden: Bisher gab es Raucher, also Menschen die nikotinhaltigen Tabak konsumierten (anderen gibt es nun einmal nicht), und Nichtraucher, die gar nichts tabak- oder nikotinhaltiges zu sich nahmen. Mit der E-Zigarette gibt es nun plötzlich den "Nichtraucher, der genussmäßig Nikotin konsumiert", oder in einer anderen Formulierung den "nikotinabhängigen Nichtraucher". Diese wichtigen Unterscheidungen, die manchen "Wissenschaftlern" offenbar schwer fallen, klingen zunächst kurios, sind aber logisch und letztlich nachvollziehbar.

Ein Raucher ist per Definition nur jemand, der seinen Nikotinbedarf durch das Verbrennen von Tabak und die Inhalation des dadurch entstehendes Rauches deckt. Das ist bei der E-Zigarette definitiv nicht gegeben und zur "Sucht"-befriedigung auch nicht notwendig, da beim E-Rauchen weder Rauch noch Verbrennung im Spiel sind. Folglich ist ein E-Raucher oder "Dampfer" kein Raucher und somit im herkömmlichen (und gesetzlichen) Sinne also ein Nichtraucher. Ein solcher hat aber nach bisheriger Begriffsdefinition kein Nikotin zu sich genommen, jedenfalls nicht regelmäßig und zu Genusszwecken. Genau das tut aber ein E-Raucher, er konsumiert gewohnheitsmäßig zu Genusszwecken Nikotin - und i.d.R. zur Suchtbefriedigung. Einen "süchtigen" Nichtraucher gab es bislang noch nicht - mit der E-Zigarette ist er nun millionenfache Realität, auch wenn es zugegebenermaßen schwer fällt, diese Unterschiede erst einmal zu verstehen und zu akzeptieren.

Keine offiziellen Unbedenklichkeitsbescheinigungen

Fairerweise muss man natürlich auch die Kehrseite der Medaille betrachten. Ob es nun am möglicherweise im Hintergrund betriebenen Lobbyismus, an der Unlust des Staates am Verzicht auf satte Tabaksteuern oder anderen dubiosen Gründen liegt: Es gibt noch keine von offiziellen Stellen bestätigten europäischen Studien zum E-Rauchen oder gar nachweisbare Unbedenklichkeitsbescheinigungen für den Markt. Insbesondere fehlen z.Z. noch vertrauenswerte "Rauch"-Analysen sowie detaillierte Erkenntnisse, wie die einzelnen Bestandteile des Liquids sich im Zusammenspiel beim E-Rauchen, insbesondere also beim Erwärmen in Folge der Verdampfung, verhalten. Ebenso fehlen natürlich Langzeitstudien, da das E-Rauchen noch in den Kinderschuhen steckt. Weiterhin tobt der Streit, ob es sich nun um ein Genussmittel (wie Tabakzigaretten), ein Lebensmittel bzw. Lifestyle-Produkt oder um ein Arzneimittel/Medizinprodukt handelt (wie Rauchentwöhnungsprodukte).

Im Moment gibt es daher nur drei Möglichkeiten: Auf mittlerweile hunderttausende von Aussagen erfahrener E-Raucher vertrauen, die allesamt eine stark verbesserte Gesundheit nach dem Umstieg bescheinigen, oder mit Vorsicht abwarten, bis es offizielle Statements seitens der Behörden gibt - dann natürlich mit dem Risiko, während der Wartezeit an den Folgen des "normalen" Rauchens zu erkranken oder gar zu sterben. Die dritte und zweifellos beste Alternative wäre, ganz mit dem Rauchen/Nikotinkonsum aufzuhören - zumindest diese Erkenntnis ist unumstritten.

Hinweis für (trockene) Alkoholiker:

Uns erreichen immer wieder Anfragen, ob das E-Rauchen für trockene Alkoholiker eine Gefahr darstellt, weil in den Depots nach Herstellerangaben Alkohol bzw. alkoholähnliche Stoffe verwendet werden. Bisher haben wir dieses Problem trotz intensiver Recherche noch nicht eindeutig abklären können. Solange diese Frage nicht mit einem eindeutigen und wissenschaftlich untermauerten "Nein" beantwortet werden kann, bitten wir diesen Personenkreis, vom Gebrauch von E-Zigaretten Abstand zu nehmen.

Hinweis: Bitte beachten Sie unsere Hinweise zu Rechts- und Gesundheitsthemen (Disclaimer)!

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