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Die E-Zigarette, das unbekannte Wesen
Von Stammtischparolen und Halbwahrheiten

Man hätte es sich denken können: Kaum ist eine neue Erfindung, in diesem Fall die E-Zigarette, in breitere  Bevölkerungsschichten vorgedrungen, da stehen schon die ersten Warner und Mahner in den Startlöchern.

Von "Bedenken, weil Rauchrituale beibehalten werden" sind Krankenkassen-Experten geplagt, ein Nichtraucher-Portal will von "einer neuen Cyberdroge, die sich die Tabakindustrie ausgedacht hat" wissen, ein großes deutsches Testmagazin weiß, "dass das Rauchverbot damit nicht umgangen werden kann".

Wie sehr sehnt man sich da nach dem Slogan eines deutschen Polit-Magazins: "Fakten, Fakten, Fakten". Da plappern selbsternannte Nichtraucherpäpste unreflektierte Halbwahrheiten nach, unberufene Gesundheitsapostel verbreiten hemmungslos ihr nachweislich falsches "Expertenwissen" und an den Stammtischen rufen militante Ex-Raucher laut nach Gesetzgeber und Staat, also gerade denen, die zur Zeit erwiesenermaßen mit dem Thema "elektronisches Rauchen" hoffnungslos überfordert sind.

Nicht, dass ich falsch verstanden werde: Auch die dummen Raucher-Sprüche wie "Sterben müssen wir doch alle" oder "Ich kenne 100-jährige, die rauchen" tragen ihren Teil dazu bei, die Diskussion um das E-Rauchen auf tiefstem Niveau zu halten.

Was sind das für Zustände? Da haben staatliche Institutionen keinerlei schlechtes Gewissen dabei, Zigaretten mit nachgewiesen ca. 4000 schädlichen Stoffen (davon ebenfalls nachweislich rund 80 krebserregend) ohne Bedenken als Genussmittel zuzulassen und sich damit millionenschwere Tabaksteuer-Einnahmen zu sichern. E-Zigaretten hingegen, mit salopp gesagt 3999 weniger Schadstoffen, die dazu keinem Dritten schaden wie Tabak-Zigaretten, werden kurzerhand als medizinisches Produkt eingestuft, mit der Begründung, "da sei ja Nikotin enthalten". Mit Verlaub: Wer laut jubelnd in den Krieg zieht und dabei sein Gewissen beruhigt, indem er sich gegen Landminen ausspricht, muss sich nicht wundern, wenn er für unglaubwürdig gehalten wird.

Ähnliche Ungereimtheiten findet man bei den gesundheitlichen Bedenkenträgern: Man befürchtet zum einen, dass Kinder die Nikotindepots verschlucken könnten - gegen frei herumliegende Zigaretten, die exakt die gleiche Gefahrenquelle darstellen, hat aber bisher noch niemand aufbegehrt. Oder die Befürchtungen bezüglich des Erfolgs der Rauchentwöhnung mit E-Zigaretten: Die Rauchhandlung könnte dazu verleiten, alte Rauchrituale beizubehalten. Recht haben sie, dann lieber an Krebs sterben, als es mit dem elektrischen Rauchen zu versuchen. Die WHO, die sich expressis verbis für eine Nutzung der elektrischen Zigaretten ausspricht*, weist in neuesten Zahlen nach, dass die langfristige Erfolgsquote (rauchfrei nach einem Jahr) bei den herkömmlichen Methoden zur Rauchentwöhnung wie Kaugummi, Pflaster, Nasenspray, Akupunktur etc. bei nicht einmal 10 Prozent liegt. Die Quote bei elektronischen Zigaretten beträgt (vorbehaltlich weiterer Studien) zur Zeit stattliche 85 Prozent - man kann nur staunen, woher die E-Rauch-Gegner ihre Argumente holen.

Bei all dem fragt man sich, ob die zum Teil groteske Anti-E-Rauchen-Propaganda wirklich auf unverschuldeter Dummheit basiert, oder ob nicht ganz andere Interessen dahinter stecken. Aber hierzu darf sich nun jeder seine eigenen Gedanken machen nach dem Grundsatz, den ich eingangs forderte: Fakten, Fakten, Fakten. Alles andere mag an Stammtischen für Kurzweil sorgen - zur sachlichen Auseinandersetzung trägt es jedenfalls nicht bei.

Jochen Blomberg, Wuppertal, 19. Mai 2008

* Nachtrag (2009): Bei dieser Behauptung sind wir einer Zeitungsente aufgesessen, die offensichtlich von einem E-Zigaretten-Anbieter lanciert wurde. Auch wir fallen hin und wieder auf schwarze Schafe rein, sorry....

 

E-Rauchen = Pures Vergnügen? Leider nein...
Die Hürden des elektronischen Rauchens

Vielleicht haben Sie ja schon die vielen Informationen zu den elektrischen Zigaretten gelesen und denken nun an einen Kauf. Eines sollte man vorher jedoch wissen: Einfach "Kaufen und funktioniert", das geht so nur in den seltensten Fällen. Wer dauerhaft Spaß am E-Rauchen haben will, muss schon eine gehörige Portion Geduld, Willenskraft und Improvisationstalent mibringen. Natürlich möchte ich keinem die Freude am elektronischen Rauchen nehmen, aber ein paar Überlegungen möchte ich Ihnen vor dem Start mit auf den Weg geben.

1. Pionierzeit

Das E-Rauchen steckt noch in den Kinderschuhen. Zwar werden bereits jetzt nennenswerte Stückzahlen verkauft, aber technologisch ist noch jede Menge Entwicklungsbedarf gegeben. Ob Verdampfer oder Akku, es gibt bereits wesentlich bessere Bauteile in anderen Marktbereichen, die in den elektronischen Zigaretten noch nicht verbaut werden. So gäbe es bei den Heizwendeln in den Verdampfern mit Sicherheit hochwertigere Drahtsorten, die nicht so schnell an Leistung verlieren oder ihren Dienst ganz quittieren. Eine andere Lösung wäre es, die Verdampfer tatsächlich als Verbrauchsmaterial zu betrachten und entsprechend günstige Teile zum Tausch anzubieten (was sehr vereinzelt bereits geschieht). Ähnliches muss man von den Akkus berichten. Hier gäbe es bereits eine ganz neue Generation (Polymer-Akkus), verkauft werden aber nur die altbekannten. Tatsache ist, dass wohl kaum ein E-Raucher länger als zwei bis drei Monate (und das ist bei etlichen E-Rauchern schon viel) ohne jegliche Mucken raucht. Mal lässt der Verdampfer nach, mal brennt er plötzlich ganz durch, mal verklebt das Teil, mal streikt ein Akku, mal dampft´s richtig gut um kurz darauf ohne erkennbaren Grund nur noch lau zu dünsten - was uns zum nächsten Punkt führt:

2. China-Qualität

Viele europäische Anbieter geben sich als Erfinder der elektronischen Zigaretten aus, manche verschweigen ganz, woher die E-Zigaretten stammen. Fakt ist: Alle, ja alle elektrischen Rauchgeräte stammen aus China. Zwar haben einige wenige Marken-Hersteller dort eigene Fertigungsstätten, europäische Produktstandards sucht man jedoch noch vergebens. Begriffe wie Qualitätsmanagement, enge Fertigungstoleranzen oder gleichbleibende Rohstoffqualität sind im fernen Osten weitgehend Fremdwörter. Geschätzte 50 Prozent der derzeit gelieferten Waren würde man deutschen Ingenieuren salopp gesagt "um die Ohren hauen". Spricht man hierzulande bei nicht oder schlecht funtionierenden Produkten von einem "Montagsgerät", müsste man für China wohl die "Freitagsgeräte" erfinden, also solche, die dauerhaft ordentlich funktionieren. Spaß beiseite: Wer schon einmal drei unterschiedliche Durchmesser bei fünf Depots aus der gleichen Packung erlebt hat, weiß, was ich meine. Auch bei diesem Thema sollte man als E-Rauch-Anfänger nicht blauäugig mit durchgehend benutzbarer Qualität rechnen. Ein gut gemeinter Tipp: Unter zwei bis drei guten E-Zigaretten sollten Sie dieses Vergnügen gar nicht erst beginnen, wollen Sie nicht riskieren, im schlimmsten Fall tage- oder wochenlang ohne  E-Zigarette, Verdampfer, Akku, Depots oder mit anderen Ausfallerscheiniungen da zu stehen - schauen Sie sich mal in den bekannten Foren zu diesem Thema um!

3. Rechtslage

England ja, Italien auch, Deutschland halb, in der Türkei nie, in Holland naja, die EU hat sich fast entschieden usw. - so in etwa kann man die derzeitige Rechtslage beim elektrischen Rauchen beschreiben - jedenfalls im Moment, morgen kann es schon wieder ganz anders aussehen. Einfach mal ein paar Depots bestellen? Nein, da gibt´s schon die ein oder andere Hürde zu nehmen. Man muss schon genau wissen, wo man wieviel bestellt, ob´s durch den Zoll geht oder nicht, ob die Bestellmenge einen nicht zu hohen Preis verursacht (das würde vielleicht sogar bei einer EU-Lieferung zu einer Zoll-Stichprobe führen), ob der Absender auch richtig deklariert ("Partynebler" ist unverfänglich, klingt irgendwas wie "Rauch" oder "Medizin" kann´s problematisch werden) usw. usw. Werbeverbote hier, "Unzulässiges Inverkehrbringen medizinischer Produkte ohne Zulassung" dort, Hausrecht gegen juristisch korrekten Gebrauch in Nichtraucherzonen, die Problemfelder des E-Rauchens sind weit gestreut. Sie möchten mit dem elektrischen Rauchen beginnen? Freuen Sie sich auf einen ausufernden Vorschriften- und Bestimmungsdschungel, der von "Experten" durchforstet wird, die in vielen Fällen noch nicht einmal genau wissen, wovon sie reden, ja zum Teil nahe am Rande der Realsatire agieren (Stichwort: Wir brauchen eine EU-einheitliche Regelung, aber in Deutschland ist das Ländersache....).

4. Anbieter

Wo möchten Sie denn bestellen? Beim Markenhersteller mit Top-Service? Beim Internetshop, wo Sie auch ferngesteuerte Flugzeuge oder Motorräder bekommen? Beim fliegenden Holländer mit flämisch/englisch/deutscher Sprachmixtur im Onlienshop? Oder doch lieber bei eBay, dann aber leider nur über die ausländischen Websites? Freuen Sie sich auf ein Shopping-Abenteuer der besonderen Art. Natürlich gibt es Top-Anbieter mit stolzen Preisen, aber dafür auch hervorragendem Service, z.B. volles Rückgaberecht, bis zu fünf Jahren Garantie auf alles (sogar Akkus), deutschsprachiger Service. Wäre alles toll, wenn, ja wenn da nicht hin und wieder selbst bei solchen Markt-Primussen Totalausfälle zu erleben wären (Umzug, Server abgestürzt, Ware nicht lieferbar, Bestellung verschwunden, Service nicht erreichbar, Telefone unbesetzt....). Tja, was nützt solcher Service, wenn er nicht dauerhaft gewährleistet ist. Dann doch lieber der Billigheimer, komplettes Starterpack für 29,95 €? Ooops, da ist der Verdampfer nach vier Wochen defekt, und erst jetzt liest man sich die AGB´s durch:"Drei Wochen Garantie" (kein Scherz, das gibt´s). Umtausch? Denkste! Geld zurück? War wohl nix! OK, dann ein Schnäppchen bei eBay? Wäre ja machbar, aber nicht bei eBay Deutschland. Da hat man Angst, den Handel mit etwas Verbotenem zuzulassen, während in allen anderen internationalen eBay-Portalen der Handel mit elektrischen Zigaretten blüht. Wie nennt man so etwas noch gleich? Doppelmoral? Bigott? Scheinheilig? Machen wir´s kurz: Bei elektrischen Zigaretten findet man unter den Anbietern die ganze Bandbreite, die es auch in anderen Märkten gibt: Vom unseriösen "Saftladen" (vielleicht sogar noch mit unternehmerfreundlichem MLM-Vertrieb) bis hin zur ersten Adresse mit Voll-Service - aber bis man den oder die richtigen gefunden hat, können schon ein paar Wochen oder Monate und einige enttäuschende Erfahrungen vergehen.

Fazit:

So, Sie sind total abgeschreckt? Zu viele Unwägbarkeiten? Zu große Probleme und Unsicherheiten? Zu viel "Freiheit und Abenteuer" (jaja, der Spruch stammt von der Tabaklobby)? Dann lassen Sie es. Dann erzählen Sie Ihren Enkeln später eben nicht, dass Sie mit dabei waren, ganz am Anfang, als noch alles ziemlich chaotisch war. Rauchen Sie weiter die stinkenden Tabakstäbchen, die Ihnen die große Chance einräumen, Ihre Rente nicht mehr selbst ausgeben zu können. Schmeißen Sie dreimal so viel Geld aus dem Fenster, um dann auch noch drei mal so oft Ihre verqualmte Wohnung renovieren zu dürfen wie die E-Raucher. Es ist Ihre Entscheidung. Eines ist sicher: Wer sich auf dieses zugegebenermaßen mutige Abenteuer nicht einlassen will (was ich fast verstehen könnte), wird neben anregenden Gesprächen mit wildfremden Menschen über dieses "verrückte neue Ding" mit Sicherheit etwas verpassen, was seinem Leben eine ganz neue Qualität verleihen kann: Genussvolles Rauchen, überall, ohne schlechtes Gesundheitsgewissen und ohne Schaden für Dritte - war es nicht das, wovon eigentlich alle Zigarettenraucher schon immer geträumt haben?

Jochen Blomberg, Wuppertal, 22. Mai 2008

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